Wohnen um zu Leben

"Eine zeitlose Innenraumgestaltung kann auch mit Farben gelingen."

ATELIER n.4
09557 Flöha
Deutschland

Galerie

Wenn man im Bett liegt, kann man sich durch das große Fenster in den Obstgarten hinausträumen. Oder man malt aus den Aststellen und Maserungen der Holzdecke ein Bild vor seinem inneren Auge. Steht Barbara Graupner, die Interior Designerin dieses Hauses, im Schlafzimmer, dann folgt sie allerdings am liebsten den baulichen Linien. „Sie ziehen sich klar erkennbar durch das ganze Haus hindurch“, stellt sie fest. Und fügt lachend hinzu: „Ich bin aber auch wirklich eine Linien-Fetischistin!“ Barbara Graupner hat mit ihrem Gestaltungsbüro Atelier N.4 dieses Holzmassivhaus in Sachsen bereits vor 14 Jahren für Freunde geplant, es dann baulich erweitert und nun von einem Büro in ein Wohnhaus transformiert. Um das offene Raumgefühl nicht zu stören, wurden keine weiteren Innenwände eingefügt. Da Badezimmer und WC allerdings fehlten, brachte sie die Expertin in einer Art „Funktionsbox“ unter: ein Raum im Raum, der so platziert wurde, dass seine Wände als Küchenzeile, Stauraum und Kaminbereich dienen können. Mit durchlaufenden Linien, versteht sich. Die Höhe des Kaminsimses und die der Arbeitsplatte der Küche ist gleich und setzt sich in einem Regalboden fort … Der gestalterische Clou ist die Rückwand der Küche. Sie ist aus satiniertem Glas und dort, wo keine Schränke hängen, gelangt Tageslicht in das Bad dahinter – Schattenspiele inklusive. „Der Überraschungseffekt ist immer wieder groß, wenn Neulinge zum ersten Mal in das Bad kommen und sich subtil Gegenstände abzeichnen, die in der Küche sind“, erzählt Barbara Graupner. „Dann steht man beim Zähneputzen und denkt: Wie schön so ein Milchkännchen doch ist.“ Vor allem ist dies ein Bild, das nie langweilig wird, denn das Leben auf einem Küchenregal ist schließlich in stetiger Veränderung. Kaum verändert hat sich allerdings die Farbgestaltung der Innenräume. „Als wir das Haus damals planten, waren das Rot und das Grün einiger Wände und Möbelfronten gerade so etwas wie Trendfarben“, verrät die Designerin. „Aber sie funktionieren immer noch.“ Mit Türkis ergänzt, erzeugen sie jetzt einen harmonischen Dreiklang und alle persönlichen Stücke fügen sich in diesen Farbkanon.