Stadthaus Brüssel

"Ein Gestaltungsthema darf man auch nicht zu ernst nehmen."

sophiegreen
80999 München
Deutschland

Galerie

Eine Wohnstraße in Brüssel: Die Häuser schmiegen sich dicht aneinander, junge Bäume säumen die Straße, hier und da Cafés und Shops. Doch die frisch hierhergezogene vierköpfige Familie ist vor allem in das verliebt, was hinter ihrem Haus liegt: ein sonnenbeschienener Garten, in dem der Blauregen wuchert, Rosen sich an den Backsteinmauern sonnen und Gänseblümchen über den Rasen streunen. Um das Haus zu diesem kleinen Paradies hin zu öffnen, erdachte die mit dem Umbau beauftragte Innenarchitektin Sophie Green ein XXL-Panorama-Sitzfenster: Eingebaut in die Außenwand der Küche, hat man von hier aus nun einen idealen Blick in den Garten, auf die Baumspitzen – oder auch nur das Geschehen rund um den Herd. „Der relativ schmale Küchenraum wird so doppelt aufgewertet“, erklärt die Expertin. „Er verbindet jetzt außen und innen und erhält neben seiner Funktion ein kommunikatives Herz.“ Das Haus modernisieren, es öffnen und lichter machen, war die Hauptaufgabe der Münchner Innenarchitektin. Sie näherte sich dieser Aufgabe, indem sie zunächst die abgehängten Decken im Untergeschoss entfernen ließ. Kleine Fenster wichen großen. Um den schmalen, dunklen Flur aufzuwerten, bekam er einen extra Zugang zum Wohnbereich und eine Glasscheibe dort, wo die einstige Zimmertür gewesen war. „Ich verstehe diese Eingriffe als liebevolle Korrektur des Bestehenden“, sagt Sophie Green. Um Tradition und Moderne ebenso versöhnlich zu vereinen, gab sie dem Ganzen als verbindendes Element das Thema Grafik: Im Zickzack gelegte schwarz-weiße Fliesen rhythmisieren nun den Eingangsbereich, rollen fast wellenartig durch den Flur in die Küche. Die alte Holztreppe in den Keller hinab oder hinauf in das Obergeschoss nimmt die Zweifarbigkeit auf. Ihre Stufen und die Geländerpfosten bekamen einen neuen schwarzen Anstrich, der hölzerne Handlauf blieb naturbelassen. „Ich habe das Thema Schwarz- Weiß konsequent durchgezogen“, betont Sophie Green, „aber nicht zu ernst genommen.“ Und genau diese Dosis Lässigkeit ist es, die ihr Projekt auszeichnet.