Souterrain mit Geschichte

"Ein Zuhause muss der Persänlichkeit seiner Besitzer Raum geben - aber auch seine eigene betonen."

AGNES MORGUET Interior Art & Design
50667 Köln
Deutschland

Galerie

Wohnen im Souterrain hat ein schlechtes Image: Man denkt an eine Art aufgewertete Waschküche oder besseren Fahrradkeller. Als die Interior Designerin Agnes Morguet die Anfrage bekam, ein Untergeschoss umzugestalten, hielt sich ihre Vorfreude deshalb erst einmal in Grenzen. „Doch dann stand ich in den Räumen meiner Auftraggeber und dachte: Wow!“, erzählt die Kölnerin. „Wer hat schließlich schon ein Kreuzgewölbe im Keller!“ Aber dieses Haus ist auch nicht irgendeines: Es ist das ehemalige St.-Joseph-Kloster Niederzündorf mit einer Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Auch wenn davon nicht mehr viel erzählt, erinnern gewisse architektonische Details doch noch deutlich daran. Diese galt es für Agnes Morguet ganz besonders hervorzuheben: „Ich habe mich zum Beispiel entschieden, mit indirektem Licht zu arbeiten, das ich in den Fußleisten oder Einbauten versteckt habe. So wird der Raum nicht mit Lichtquellen zugehängt und das Kreuzgewölbe schön atmosphärisch ausgeleuchtet.“ Um die besondere Deckengestaltung wirken zu lassen, sollten die Räume außerdem keinesfalls mit klobigen Möbelstücken zugestellt werden. Die Eigentümer brauchten allerdings viel Stauraum, denn die Räumlichkeiten sollten nicht nur als Büro dienen, sondern auch als Atelier, Gästezimmer und, ja, auch Wäschekeller. Die eigentlichen Wohnräume liegen im ersten Stock des Hauses. Ein alter Mahagoniholz-Einbauschrank im vorderen Bereich des Untergeschosses inspirierte Agnes Morguet: „Er war deutlich in die Jahre gekommen, aber wunderschön. Ich entschied mich daraufhin für Einbauten mit viel Persönlichkeit: Nun ziehen sich halbhohe, mit weißen Holzfronten und Marmorplatten gekrönte Einbaumöbel durch beide Räume.“ Ein besonderer Dreh sind die Zierleisten an den Schränken, die denen der Türen gleichen und den historischen Türzargen nachempfunden sind. Wie ein rotes Band zieht sich dieses optische Detail durch die Wohnung und hält die Räume gestalterisch zusammen. Dieses Souterrain ist eben alles, nur nicht ein schlichter Keller