Privatwohnung Berlin

"Zimmertüren eignen sich sehr gut für eine großzügige gestalterische Geste."

Dopo Domani International Interior Design
10623 Berlin
Deutschland

Galerie

Diese Berliner Wohnung macht Lust auf eine große Robe oder Smoking, zumindest etwas mit Glanz, Stickereien, Perlen oder Fransen. Etwas, das mit dem Glamour der Räume mithalten kann. Schon wenn die Eingangstür aufgeht, steht man in einer Art Spiegelkabinett: links ein raumhoher Spiegel, rechts auch, es wirkt, als blicke man in einen endlosen Flur. Wenn man sich von diesem optischen Effekt losreißt, lockt gleich der nächste. Wie eine goldene Kirchenkuppel hebt sich die Decke im Entree, ein gläserner Art-déco-Leuchter betont die Mitte. Gold und Grafik, das ist der wiederkehrende rote Faden dieses Interieurs. Raumhohe Flügeltüren mit Glas und Messingrauten führen beispielweise in den großzügigen Wohnraum und geben den Weg frei zum Marmor-Esstisch. Die Polsterstühle, die ihn flankieren, sind mit einem Stoff bezogen, der an luxuriöse Chanel-Kostüme erinnert. An der Wand anthrazitfarbene Schränke und ein goldenes Mosaik, erst auf den zweiten Blick erkennbar als Kochbereich. „Wir wollten die Küche harmonisch in den Wohnraum integrieren und haben sie gestalterisch in der Farbigkeit und Materialität an das Möbelkonzept angepasst“, erzählt Friedhelm Ahlert vom Berliner Einrichtungshaus Dopo Domani. Umso ausgefallener durfte der Lounge- Bereich sein: Wie zu einem Cocktailempfang versammelt stehen hier Samtsessel, eine glänzende Polstergarnitur und Metalltischchen beieinander. Ein seidig anmutender, nachtblauweißer Musterteppich dient als Bühne. Doch trotz aller Eleganz wird in dieser Wohnung auch gerne mit Farbe gespielt. Ein sonnengelber Seidenvorhang schimmert vor den Fenstern, die Deko-Leuchten tragen türkisfarbene Lampenschirme. „Unsere Kunden haben keine Angst vor Farbe“, erzählt der Innenarchitekt. „So konnten wir das Bad zum Beispiel in einem mystischen Bordeauxrot streichen, das Schlafzimmer ist in eine petrolfarbene Leinentapete gekleidet.“ Doch wer sich hier zur Nachtruhe bettet, dem fällt vor allem die kurvige Wand auf, deren Form in den „Ohren“ des Betthauptes, den abgerundeten Ecken des Teppichs und dem runden Lampenschirm darüber wieder aufgenommen wird. Das schafft Ruhe, denn irgendwann ist schließlich selbst das ausschweifendste Fest zu Ende.