Penthouse Sapphire

"Bunt kann auch sehr cosy sein. Es braucht nur ehrliche Materialien und weiche Oberflächen."

FABIAN FREYTAG STUDIO
10115 Berlin
Deutschland

Galerie

Die Spitze von einem Wohngebäude aus Daniel Libeskinds Hand an der Chausseestraße in Berlin: Hier erwartet man Großes. Und dann steht man in einem unscheinbaren Flur, links die Garderobe, rechts der Blick in ein durchschnittlich dunkles Kaminzimmer. Doch folgt man dem Gang um die Ecke, stößt man auf diesen unfassbaren Raum – sechs Meter Deckenhöhe, Fensterfragmente wie zuckende Lichtreflexe, scheinbar schwebende Leuchtkugeln und eine Wohnlandschaft in irisierenden Edelsteinfarben. Eine gläserne Treppe führt hinauf auf eine Galerie und man ist sich sicher: Da liegt die Eingangspforte in den Himmel. „Meine Inspiration für dieses Interieur war zu 100 Prozent die Natur“, sagt der Berliner Innenarchitekt Fabian Freytag, der dieses Penthouse für einen Kunden gestaltet hat. Und fügt dann eilig hinzu: „Daraus resultiert bei mir aber nicht dieser Alles-öko-Kiefernholz-Look.“ Den Grundriss baute der Design-Experte beispielsweise angelehnt an das Sonnensystem auf. „Der Mittelpunkt ist in diesem Penthouse natürlich der gigantische Wohnraum. Rundherum verteilen sich Küche, Bad, Schlaf- und Gästezimmer; angelegt wie gemütliche Kojen und mit dicken Vorhängen gänzlich vom Tageslicht abschließbar.“ Dass die Räume gestalterisch gegenüber dem Hauptraum nicht abfallen, liegt zum einen an ihren maßgeschneiderten Gadgets wie einem Wandspiegel, der wie eine Fensterfront wirkt, dabei eigentlich aber nur eine reflektiert. Oder einem eklektischen Leuchtröhren-Arrangement, das die fragmentarische Fensterstruktur aufgreift. Zum anderen folgen die Zimmer einem Farbkonzept, das alles will, nur nicht leise sein. „Die Natur hat die besten Vorschläge, von ihr habe ich mich leiten lassen“, erklärt Fabian Freytag und führt in die Küche. Dem Saphirblau an den Wänden stellt er hier intensives Orange in den Möbeln gegenüber, dazu Messingarmaturen, spiegelnde Rauchglasschränke, wild gemusterte Marmorarbeitsfläche und -wände … Keine Frage: Hier waren Naturgewalten am Werk. „Durchschnitt ist doch so ermüdend“, bemerkt der Innenarchitekt. „Diesem Interior merkt man sofort an, dass es kompromisslos gestaltet ist.“