Penthouse Bremen

"Ein Look darf nie zu klinisch werden. Dafür sind optische und haptische Brüche nötig."

Axel Schulschenk Architekten Innenarchitekten
45259 Essen
Deutschland

Galerie

Sanft fließt die Weser vorbei. Die Boote im Jachthafen schaukeln auf und nieder. Von der St.- Stephani-Kirche hallt ein Glockenklang herüber. Absolute Idylle, und doch sind die Bremer Altstadt und ihr Gewusel nur wenige Gehminuten entfernt. Die Lage dieses als Zweitwohnung genutzten Objektes ist somit perfekt für seine Besitzer, ein Unternehmerpaar aus der Hansestadt. Friedlich ist es in ihrem Zuhause und das liegt vor allem an der Innenraumgestaltung. Rund um ein großzügiges Treppenhaus herum sind die Räume angelegt. Eingangsbereich, Sitzecke, Kamin, Esszimmer und Küche gehen fließend ineinander über. Kaum Türen, keine Stufen, keine optischen Stolpersteine. „Wir wollten, dass man sich sofort wie umarmt fühlt, wenn man die Wohnung betritt“, so die Essener Innenarchitektin Ulrike Schulschenk. Dafür hat sie unter anderem Wände und Decken in derselben Farbe streichen lassen. „Im Zusammenspiel mit dem Eichendielenboden erstrahlen die Räume jetzt in einem weichen Roséton“, sagt sie und ergänzt: „Fast wie ein Hautton, ,Teint‘ würde ich es nennen.“ Nicht nur optisch schmeichelt dieses Apartment seinen Bewohnern, auch haptisch: Das Wohnbad ergänzt den fußwarmen Dielenboden beispielsweise mit Glasmosaikfliesen und Muschelkalkoberflächen. „Ihre feinen Riffeln erinnern an die Verformungen vom Sand am Meer“, erklärt die Expertin ihre Wahl. Glatt zu aufgeraut, spiegelnd zu warm – die gestalterischen Brüche hier sind so subtil, dass sie die optische Einheit nie stören. Alles folgt einer inneren Stimmigkeit. Auch die Küche ist dafür ein Paradebeispiel: Die Optik der Möbelfronten changiert farblich zwischen Anthrazit und Blau-Grün-Tönen. Der Glaskugelleuchter über dem Tisch bündelt diese Farbakzente und lockert mit seiner lässigen Form die Strenge des Raumes auf. Beim Herausgehen fällt der Blick auf ein metallenes Kunstobjekt von Manuela Geugelin im Eingangsbereich, seine stromlinienförmige Struktur kommt einem irgendwie bekannt vor. Von der Oberfläche der Badmöbel? Oder den wallenden Baumwollvorhängen? Oder ist es ein Verweis auf den Fluss vor der Tür? Egal, hier ist alles feinstens aufeinander abgestimmt.