Ferienhaus Meerleben

"Auch mit soften Farben, die sich nicht in den Vordergrund drängeln, kann man ein persönliches Statement setzen. Es darf insgesamt nur nicht zu tonal sein."

STUDIO OINK / Korzeczek & Hiller GbR
04155 Leipzig
Deutschland

Galerie

„Fridays for Future“-Demonstrationen und politische Debatten – hier an der Ostsee, zwischen Boltenhagen und Wismar, scheinen sie endlos weit weg. Ein Statement für den Klimaschutz setzen, das kann man an dieser Stelle aber durchaus. So entstand „Meerleben“: ein baugemeinschaftliches Projekt, dessen Ferienhäuser bauökologischen Kriterien folgen. Nur wenige Gehminuten vom Strand entfernt, zwischen Rapsfeldern, Wiesen und den Häusern des Örtchens Hohenkirchen, liegen nun bereits sieben Ferienhäuser, sechs weitere kommen dazu. Eines davon hat das Leipziger Büro Studio Oink gestaltet und es beeindruckt, ganz ohne sich wichtig zu machen. Das einstöckige, holzverkleidete Haus mit seinen vielen bodentiefen Fenstern und dem bepflanzten Dach strahlt schon von außen Bodenständigkeit aus. Es gibt auch nicht klassisch den einen „offiziellen“ Eingang, sondern eine Haustür und zwei Terrassentüren, durch die man hinein und hinaus kann. Vor den Fenstern im offenen Wohnraum hängen weiße Baumwollvorhänge. Sie tanzen in der Ostseebrise und berühren leicht den hellen Eichenholzboden. Neben diesem spielerischen Detail herrscht nordische Schlichtheit: ein kubisches Sofa in Himmelblau, ein hölzerner Esstisch mit pastellfarbenen Stühlen, ein schwarzer Küchenblock und Küchenschränke, die alles Technische verstecken. „Für den Spritzschutz haben wir matte, grüne Kacheln gewählt“, erläutert Lea Korzeczek vom Studio Oink. „Sie wirken harmonisch, sind aber auch nicht zu tonal und filtern außerdem einfallendes Tageslicht wunderschön.“ Überhaupt das Licht: Irgendwie wirkt alles in diesem Ferienhaus hell und soft, als wäre es durch einen Filter weichgezeichnet. „Unser Ziel war es, Ruhe hineinzubringen“, sagt die Expertin. So sind die Möbel in den Schlafzimmern beispielsweise aus demselben Holz wie die Dielen, ihre Formen simpel, Schnörkel nicht vorhanden. „Und trotzdem kann man sich hier wunderbar einmuckeln“, betont Lea Korzeczek und verweist auf die Kajütenbetten, die mit Kissen bestückten „Aussichtsbänke“ vor dem Fenster oder die hauseigene Sauna. So geht nordische Bodenständigkeit, die beflügelt.